Dienstag, 26. August 2008

Perlen: Fühlungslolle! Frühlingsrolle?

Aus der Reihe 'Perlen im DAS MAGAZIN': Daniel Binswangers "Ein Volk braucht Führung", Ausgabe 34/2008 p. 6. Es handelt sich (wieder einmal) um Dekonstruktion allererster Güteklasse. Untersuchungsobjekt: "Führungsdebatte", Medialer Anlass: VBS und Schweizer Armee.
Feinste Häppchen: "Man kann sich nun einmal nirgendwo so wohnlich einrichten wie in den Hohlräumen ideologischer Worthülsen." "[D]ie rituellen Beschwörungen von 'Führung' beziehungsweise die Empörung darüber, dass 'nicht geführt wird' [...] erübrigen jede sachpolitische Diskussion. Detailkenntnisse sind nicht erforderlich." Und vor allem: "[Der Führungsbegriff] ist das perfekte Kreuzprodukt der neuen MBA-Kultur und des altväterischen Patrongehabes. Das hohle Pathos für Jung und Alt."
Bleibt zum Schluss eigentlich nur noch anzumerken, dass sich da gerade jemand fast getraut hätte, zu sagen, dass "Hohlräume ideologicher Worthülsen" und die Demokratie in Symbiose leben, pardon vegetieren. Und die Frage, warum man DAS MAGAZIN immer noch nicht ohne Tageszeitung haben kann. Die besten Momente hat ersteres nämlich jeweils dort, wo es die spezifischen Eigenschaften vom letzterem blossstellt – es sind doch immerhin unbestrittenerweise die Tagesmedien, welche regelmässig (und auch in diesem Fall) die Communiqué-Mäuschen zu hohlen Dauerthemen-Elefanten aufblasen. Und wer bezahlt schon gerne dafür, dass er mehr Altpapier bündeln muss?

Donnerstag, 7. August 2008